Donnerstag, 1. März 2012

Nicht mein Leben

Letztens traf ich eine alte Bekannte aus einem früheren Sportkurs. Damals hat sie in kurzer Zeit ziemlich viel abgenommen, hat dann ihren ersten (!) festen Freund kennengelernt (mit Ende 20), den sie dann ein halbes Jahr später geheiratet hat. Der Sportkurs endete und wir verloren uns aus den Augen.

Eine Freundin von mir hat sie vor einem Jahr bei so einem Mutter-Kind-Kurs getroffen (irgendeine Art Babyturnen oder so) und hat berichtet, dass diese Frau alle anderen Kursteilnehmer damit genervt hat, wie unheimlich weit entwickelt ihr Kind doch schon wäre und dass ihr Kind im Grunde genommen eh das Beste und Tollste von Allen ist (ok, das denkt wahrscheinlich jede Mutter, aber so etwas spricht man doch nicht aus!!!^^)

Naja, auf jeden Fall traf ich eben diese Bekannte - mittlerweile wieder ziemlich kompakt in der Figur (ich hätte beinahe gefragt, ob sie schon weiß was es wird) und sie versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln. Da ich aber zeitlich eng dran war und auch nicht die größte Lust auf Smalltalk hatte, meinte ich nur:

"Du, sei mir nicht böse, ich muss weiter, aber vielleicht sieht man sich ja mal wieder bei einem Sportkurs!"

Daraufhin guckte sie mich fast entsetzt an und entgegnete nur:

"Sport? Was? Ich hab doch jetzt ein Kind! Da habe ich keine Zeit mehr für Sport."



Ich verabschiedete mich ganz schnell und ging zu meinem Wagen...ganz ehrlich....nur weil man ein Kind hat (mittlerweile dürfte die Brut 2 Jahre alt sein) muss man doch nicht auf Sport verzichten???
Klar bin ich mir bewusst, dass sich die Prioritäten verschieben und die Zeit anders verteilt wird, aber ich bin mir sicher, dass es sich irgendwie einrichten lässt, mal eine Stunde zum Sport zu verschwinden.

Nein, danke, ihr Leben möchte ich nicht führen!




Kommentare:

  1. Wenn eine Mutter mit drei oder mehr Kindern sowas sagt, dann verstehe ich es ja noch irgendwo. Aber bei EINEM?
    Aber man darf halt nicht veregessen: Es wird immer Frauen geben, die, wenn sie Mutter geworden sind, alle anderen Interessen ablegen. Da kann man "Sport" mit allem Möglichem ersetzen.
    Ich kann mir das auch nicht vorstellen, vor allem nicht bei Sport. Ich brauche das für die eigene Zufriedenheit, ich ärgere mich ja jetzt schon manchmal, dass ich nicht mehr Joggen gehen kann. Sobald das wieder geht, lege ich wieder los. So viel Zeit braucht das nicht, dass nicht der Vater dann mal aufs Baby aufpassen kann - und außerdem kann man das auch mit entsprechendem Kinderwagen. Man muß sich nur organisieren.
    Sind alles faule Ausreden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und genau darum gehts...ein vorgeschobener Grund...ich habe sogar ohne Kind oft keine Zeit für meinen Sportkurs, kommt halt vor, aber generell zu sagen: Sport? Hallo? Ich habe doch jetzt ein Kind...tut mir leid, find ich nach wie vor eine seltsame Einstellung!

      Löschen
  2. Ganz schlechtes Zeitmanagement würde ich mal behaupten. ;-) Ist aber oft so, hab ich auch schon bei diversen Damen erlebt. Und Chief hat ganz recht, Sport ist da austauschbar...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich sehe das genauso...dahinter verbirgt sich eine Grundeinstellung:
      ich habe jetzt ein Kind, ich brauche nichts anderes mehr!
      Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, ich kenne einige Frauen, in meinem Umfeld, die es sehr wohl schaffen, noch etwas andres zu tun als sich nur um das Kind zu drehen!

      Löschen
  3. Um ehrlich zu sein: Ich habe bis heute keine Zeit für Sportstunden, denn ein Kind zu betreuen ist ein Vollzeitjob, da kann man sich nicht mal nett für eine Kaffeepause mit den lieben Kollegen abseilen. Wenn Männe in der Arbeit oder gar gänzlich nicht anwesend ist und keine Oma am start, wer soll das Kind in der Zeit betütteln?

    Nein, meine Lieben. Ich kann das nachvollziehen, dass man am Abend, nachdem man den ganzen Tag den Clown gespielt hat, keine Lust mehr auf ein Studio hat in dem die Tussen über nichts anderes reden als über ihre neuesten Eroberungen, ihre Wäsche oder die letzte coole Party.

    Die Prioritäten verschieben sich, was nicht heißt, dass man nur noch Mutter ist, aber man hat eben eine andere Perspektive und selbstverständlich unterhält man sich viel über Kinder. Das ist ja auch der Alltag.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kann mich da nur Juniwelt unten anschließen. Okay, vielleicht geht Fitnesstudio erst mal nicht in der Intensität wie vorher, aber erstens gibt es Fitnesstudios mit Kinderbetreuung und zweitens, wenn es einem wichtig ist, dann organisiert man das durchaus. Klar, Joggen ist einfach, da kauft man einen Jogger, setzt das Kind rein und los geht's. Und für mich ist das erst recht nach einem anstrengenden Tag - egal ob in der Arbeit oder zuhause beim Kind - eine Entspannung. Brauch ich dann zum Runterkommen, selbst wenn ich körperlich schon müde bin.
      Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich mich irgendwann nur noch über mein Kind unterhalten werde, sorry. Außerdem - weshalb sind oben genannte Unterhaltungen oberflächlich? Nur weil sie sich nicht um Familie und Kind drehen? Ist doch jetzt echt übertrieben.

      Löschen
    2. @crooks: Also ich persönlich gehe ja zum Sport, um SPORT zu treiben und nicht um mich zu unterhalten...das nur mal so am Rande...ansonsten finde ich es auch sehr interessant zu lesen, dass Unterhaltungen, die sich nicht um Kinder drehen, oberflächlich sind!

      Löschen
    3. Ja genau, wollte ich auch noch sagen. ich geh zum Sport um des Sports Willen, nicht zur Unterhaltung. Wer sonst so da ist, ist mir wurscht und wenn die Gespräche mir nicht passen, dann ignorier ich die eben...

      Löschen
    4. @Lauffrau: Ich habe das so verstanden, dass du dich mit ihr im Sport unterhalten willst, oder warum hast du ihr das mit dem Sport denn sonst vorgeschlagen?

      @Judy: Schön, wenn Du Deine Ohren immer und überall schließen kannst. Diese Gabe, jeden Bullshit auszublenden besitze ich offensichtlich nicht.

      Fakt ist, dass jedes Kind anders ist und man kann von Glück reden, wenn ein Kind "pflegeleicht" ist und auch die "pflegeleichten" haben irgendwann schwierige Zeiten.
      Ich persönlich neige eben nicht dazu über Lebensituationen urteilen zu müssen mit der ich nicht vertraut bin.
      ICh muss nicht in anderer Leuten Schuhen laufen und weiß nicht wo die wirklich überall drücken.

      Löschen
    5. Diese Gabe, jeden Bullshit ausblenden zu können ist eine Gnade, ich weiß. Und ich bin heilfroh drum. Allerdings sehe ich immer noch nicht ein, weshalb Gespräche, die sich um andere Dinge als die, die Dich gerade interessieren/betreffen "Bullshit" sein müssen.

      Und ich urteile über niemanden. Mich strengt es nur an, wenn ich permanent höre, was der oder jener für sein/ihr Kind aufgeben mußte. Das ist so eine Art Märtyrertum, die mir irgendwie gegen den Strich geht. KLAR ändert sich vieles. Aber ich habe eben auch Beispiele in meinem Umfeld, die das ganz gut hinkriegen - selbst ein zwei Alleinerziehende. Natürlich sind die nicht mehr auf jeder Party - aber hin und wieder geht sogar das. Dan sollte man ein zwei Stunden Sport hin und wieder auch hinkriegen.
      Meine Meinung. Sonst nichts.

      Löschen
    6. Glaub mir, genau so dachte ich früher auch, liebe Judy. Jetzt weiß ich, dass der Hase doch etwas anders läuft, selbst wenn das Kind pflegeleicht ist.

      Mit einem Säugling kann man sicherlich viel machen (wenn es der Körper nach der Geburt zulässt, was nicht immer der Fall ist), aber je älter ein Kind wird um so schwieriger werden solche Dinge.

      Und natürlich ist nicht alles Bullshit, was einen nicht interessiert, aber es ist auch nicht so, dass jede Mutter erzählt was sie alles aufgeben musste wegen Kind.
      Das war auch nicht Lauffraus Aussage, sondern, dass es Frauen gibt die über nichts anderes mehr reden, als über ihr Kind und dass man mit Kind eben doch einfach zum Sport gehen kann. Einem Säugling trägt man leicht in der Babyschale von Pontius zu Pilatus, aber wenn das Kind nicht mehr den halben Tag verschläft, fremdelt, läuft, redet und einen eigenen Kopf bekommt ist das eben nicht mehr so einfach zu koordinieren und man ist manchmal einfach auch fertig. Einfach so, weil man eben nicht die besagte Kaffeepause nehmen kann, wenn man sie gerade benötigt...
      Das ist nicht schlecht, aber es ist eben anders.

      Aber was rede ich da. Wir sprechen uns in 1 1/2 Jahren wieder.;-)

      Löschen
    7. Und ich bleibe bei meiner Meinung, dass auch mit Kleinkind hin und wieder etwas Sport etc geht (hier redet keiner von 7 Tage die Woche 2 Stunden täglich o.ä.) sondern von einer Sportstunde. Das war das Ausgangsthema, oder?
      Ich rede gerne in 1,5 Jahren nochmal glaube aber nicht, dass sich meine Grundeinstellung dann signifikant geändert hat. Und das es "Phasen" gibt - ich glaube über Selbstverständlichkeiten muß man nicht weiter diskutieren ;)

      Löschen
    8. Ich kann Chiejudy nur zustimmen: Genau um diese Grundeinstellung geht es...ich denke auch, dass man den ganzen Stress mit einem Kind (ja, ich bin nicht so naiv zu glauben, dass es KEIN Stress ist) besser händeln kann, wenn man sich ab und an mal für eine Stunde rauszieht.

      Ich habe übrigens nirgendwo erwähnt, dass dieser Sportkurs zwangsläufig abends sein muss, wenn man mit hoher Wahrscheinlichkeit platt ist... es soll auch tagsüber Kurse geben!

      Löschen
  4. @ Lady Crooks Klar verschieben sich die Prioritäten, keine Frage. Aber wenn einem das Hobby (Sport etc.) wirklich wichtig ist, gibt es immer einen Weg, diesem Hobby auch nachzugehen. Vielleicht nicht in der gleichen Intensität wie ohne Kind, aber möglich ist es.

    Interessant finde ich, das Du die Frauen als Tussen titulierst, die oberflächlich über Partys etc. reden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Daumen hoch"...so sehe ich das auch...sich über meine Aussage aufregen, aber gleichzeitig die kinderlosen Frauen als Tussen titulieren....ganz großes Kino!

      Löschen
  5. @Juniwelt: Mein Sport war mit einer Zweijährigen, jeden Tag kilometerweit spazieren zu gehen, heutzutage klettere ich eben auf dem Spielplatz auf Klettergerüsten und Hindernisparcours rum. Ich kann Dir sagen, das ist genug Sport und mit Kind ist es wirklich schwer sich so zu organisieren, dass man den Lieblingskurs im Sportstudio belegen kann. Das erfordert sehr viel Logistik und auch ganz viel Entgegenkommen der Umwelt und spätestens da wird es schwierig, weil sich keiner gerne einschränken lassen will und das Kind letztendlich doch von der Mutter betreut werden muss, weil "ausgerechnet heute" mal wieder keiner Zeit hat, obwohl es seit Wochen so vereinbart ist...

    Warum ich die als Tussen bezeichne (ich bin ja schließlich selbst eine), weil ich damit zeigen will, dass über jeden Menschen in jeder Lebensphase abfällig reden kann.

    Über Kinder zu reden ist nicht weniger einseitig, als über andere Themen, nur fällt es anderen mehr auf, wor allem wenn man selbst nicht mitreden kann.
    Es wird immer über das zentrale Thema im Leben geredet. Das ist doch ganz normal.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Liebe crooks, ich habe lediglich geschrieben, dass ich nicht so leben möchte (eben nur noch fürs Kind - egal wie sehr man sich es gewünscht hat)...wenn du da einen Abfälligkeit allen Müttern gegenüber rein interpretierst, dann ist das nicht mein Problem, dann solltest du mal genauer lesen!

      Löschen
  6. Also Lady Crooks, es kommt mir gerade vor als würdest du dich nach "der getroffene Hund bellt"-Manier glauben verteidigen zu müssen. Ist doch Quatsch. Soll doch jeder machen wie er denkt und wenn du mit deinem Kleinen genug zu tun hast ist das doch in Ordnung :)

    Ich kenne solche und solche Mütter - übrigens auch Hundemütter. Frau hat Hund, Frau kann nicht mehr mit in die Cocktailbar gehen, weil Hund alleine Angst hat -.- Joa... okay... dann trinken wir halt zuause Cocktails :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Alice,

      weder belle ich, noch fühle ich mich getroffen, ich habe nur eine andere Sichtweise (und die darf man ja wohl mal darlegen), weil ich im Gegensatz zu den anderen Damen ein Kind habe und weiß wovon ich rede. Was mich allerdings tatsächlich ärgert ist, wenn über jemand und sein Leben geurteilt wird ohne dass die genauen Umstände bekannt sind.

      Im übrigen ist nicht meine Süßen der Quell meines Zeitmangels sondern ganz andere Dinge, die allerdings aus der Existenz meiner Süßen resultieren.

      Löschen
    2. Liebe crooks,

      nur mal kurz...morgen schreibe ich noch ausführelicher:
      Meine Freundin, die ein knapp 2 Jahre alten Sohn hat, begleitet mich übrigens zum Sport, geht dreimal die Woche arbeiten und redte nicht nur über ihr Kind - wobei ich oft nachfrage, was der Sohnemann so macht...weiterhin habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass sich Mütter nur über Kinder unterhalten - und hätte ich mit dieser Bekannten quatschen wollen, wäre ich mit ihr nen Kaffee trinken gegangen...wenn, dann haben wir uns nach dem Sport in der Umkleide unterhalten!

      Löschen
    3. Liebe Alice,
      danke für diesen Kommentar...ich sehe es genauso!

      Löschen
  7. Ah jetzt verstehe ich den Content an anderer Stelle gleich besser ;)

    Ich denk mir da ganz klar, leben und leben lassen. Nur versteh ich oft nicht, warum Mütter ihre Kinder als Ausrede benutzen anstatt zu sagen, "hör zu, ich schaff das nicht. Ist mir zu viel. Kein Interesse. ..." Klar, ist das Leben mit Kind kein Zuckerschlecken und auch bei den Pflegeleichten phasenweise anstrengend und es ist in der Tat eine gewisse Organisation, dass das Kind derweil gut betreut ist, nur mache ich den Sport für mich. Und auch wenn ich es nicht jeden Dienstagabend zum Sport schaffe, weil die Untermieterin nicht mitspielt, tut mir diese Zeit verdammt gut (und ja, ich bin vorher oft so müde, dass ich mit der Kleinen lieber schlafen gehen würde ;)). Ich kann völlig abschalten und mich einfach auspowern. Ich möchte das nicht missen.

    Der nächste Schritt ist demnächst ein Studio mit Kinderbetreuung - es sei denn wir ziehen an den Waldrand, dann braucht's eigentlich zum Ausgleich nur stundenweise einen Babysitter & mein Mountainbike.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und genau darum geht es: Das Kind als Ausrede und das Kind als EINZIGEN Sinn im Leben, denn genauso scheint es bei besagter Dame zu sein!

      Es freut mich, dass du als Mutter es tatsächlich auch schaffst, zum Sport zu gehen und genau die Argumente aufführst, die ich ja nur "aus der Theorie" aufführen kann!

      Und wie gesagt, auch ohne Kind habe ich oft keine Zeit oder kann meinen inneren Schweinehund nicht überwinden oder bin einfach zu platt - und DAS ändert sich dann mit Kind sicher auch nicht!

      Löschen
  8. Also, erlauben Sie mir die Anmerkung, dass sich hier eine Einäugige mit ... ähm, Entschuldigung, ich wollte sagen, meine Hochachtung, Lady Crooks, für Ihren realen Blick auf's Leben (und für Ihre Standhaftigkeit).
    Was gibt es wichtigeres und schöneres als Kinder? Nebenwirkungen? Egal!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also entschuldigen Sie meinen Einwand, aber wo habe ich geschrieben, dass Kinder nicht toll sind? Hab ich nie behauptet! Kinder sind klasse und ich denke, dass sich die Prioritäten verschieben ist klar, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, aber ich denke auch, dass es unterschiedliche Einstellungen gibt und wenn Frauen Kinder als den einzigen Sinn in ihrem Leben sehen, dann ist das eine ungesunde Einstellung!

      Und wie kommen Sie darauf, dass man als Kinderlose fernab der Realität lebt? Ich habe (auch wenn man sich das vielleicht nicht vorstellen kann) einige Freundinnen MIT Kind, bei denen ich die unterschiedlichsten Modelle beobachten kann...und meine eigene Mutter hat es damals sogar als Alleinerziehende geschafft einmal die Woche zum Sportkurs zu gehen UND zu arbeiten!

      Löschen
  9. Ich will mich noch einmal hier abschließend äußern:
    @Hausherrin: Es ist doch wie überall. Es gibt Mütter die sind so gestrickt und andere sind anders. Die wenigsten Mütter/Eltern die ich kenne reden nur übers Kind, aber wenn ich so an diverse Beiträge in der Vergangeheit in Bloggerhausen nachdenke, wird genau das überpropotional häufig behauptet, dass dies alle tun würden.

    Und das mit dem "beim Sport nicht reden", kam von dir. Ich beziehe bei sowas (mindestens wenn ich mich in schriftlicher Form äußere) natürlich die Saunazeit, Umkleidezeit etc mit ein. Aber das ist natürlich immer eine Frage des Stils, wie man argumentiert.

    @all: Ich bestreite nicht, dass es möglich ist mit Kind auch mal zum Sport zu gehen. Das funktioniert, wenn man die passende Infrastruktur hat. D.h. Mann, Eltern und Schwiegereltern, optional einen festen und zuverlässigen Babysitter. Dies ist aber heutzutage nicht immer der Fall. Hierzu muss man nicht einmal alleinerziehend sein, es genügt wenn Männe einen Job hat in dem er viel Unterwegs oder regelmäßig spät heim kommt. Wenn man nicht die ganze Mischpoke in greifbarer Nähe hat wird es schon schwierig, denn die Betreuungsangebote im Sportstudio sind nicht immer ganz kompatibel mit den einzelnen Kindern.

    Und ich wiederhole mich: Je älter das Kind um so schwieriger wird genau sowas.

    Und nochmals abschließend: Mich stört hier nicht, dass man sich sowas nicht vorstellen kann, weil man vielleicht eine andere Sicht hat, mich stört die Vorverurteilung und wie ich das hier sehe, hat die Hausherrin ja das Gespräch abgebrochen, denn sonst hätte die "Freundin" ihr vielleicht erzählt wie ihre Lebensumstände sind und warum, wieso weshalb sie momentan keine Zeit hat. So hatte sie nur die Möglichkeit die üblichen Plattitüden abzusondern.

    Mein Fazit: Mir gefällt es nicht, wenn aufgrund einer flapsigen Äußerung zwischen Tür und Angel über das Leben und die Einstellung einer andere Person geurteilt wird.

    So und jetzt verabschiede ich mich aus der Diskussion, denn ich habe alles gesagt. Das kann man jetzt entweder wohlwollend lesen und bedenken was ich im Kern gesagt habe oder weiterhin auf eine abweichende Meinung draufhauen und sich einzelne Phrasen aus dem Kontext ziehen und diese auseinander nehmen und mich als getroffenen Hund bezeichen. Das steht jedem frei...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Und das mit dem "beim Sport nicht reden", kam von dir. Ich beziehe bei sowas (mindestens wenn ich mich in schriftlicher Form äußere) natürlich die Saunazeit, Umkleidezeit etc mit ein. Aber das ist natürlich immer eine Frage des Stils, wie man argumentiert." <-- Häh???

      Verstehe ich jetzt nicht, ist aber auch egalt, ich denke, das ist ein Nebenschauplatz...hätte ich mit meiner Bekannten nicht FREUNDIN) quatschen wollen, hätte ich mich verabredet...dieses "Man sieht sich beim Sport" war da allgmeiner gehalten, ist aber auch wurscht!

      Ich habe das Gespräch abgewürgt, weil ich zum einen kein gesteigertes Interesse an diesder Frau habe und zum anderen, weil ich keine Zeit hatte (passiert übrigens auch ohne Kind)...wenn dir nicht passt, was ich schreibe, dann lies hier doch einfach nicht...ist es dir vielleicht schon in den Sinn gekommen, dass hier immer nur ein Bruchstück erzählt wird und dass ich evtl. die hier nicht erwähnten Informationen schon hatte???

      Löschen
  10. So. Ich bin da.
    Alles wird gut. ;-)

    Ich habe 2 Kinder. Und ja, tatsächlich gibt es Tage an denen ich so kaputt bin, das ich dankbar bin, das so lebenswichtige Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung automatisch laufen, ansonsten wäre ich da manches Mal auch zu müde für.
    Und natürlich verschieben sich auch Prioritäten wenn Kinder da sind.
    Dieser Frau hat den Sport zu einem bestimmten Zweck gemacht und wahrscheinlich sieht sie den als erfüllt an, anders kann ich mir das nicht erklären, denn wenn mir etwas wichtig ist, dann kann ich das auch um die Kinder herum organisieren.
    Und tatsächlich habe ich das auch OHNE Partner in Schwangerschaft und den ersten 6 Lebensjahren des Erstgeborenen geschafft, davon die ersten 3,5 Jahre in einer anderen Stadt ohne Familie als Unterstützung.
    Ja, ich hatte Glück, er war sehr pflegeleicht.

    Und wenn ich mir die Diskussion hier mal so durchlese, dann finde ich da so einiges unangemessen.
    Hätte nämlich die Autorin dieses Blogs ein Kind, dann glaube ich kaum, das es so heftige Reaktionen auf diesen Post gegeben hätte.
    Dann wären wahrscheinlich eher Standing Ovations erfolgt, wie wichtig es ist, sich selbst nicht in allem zu beschränken, nur weil man Kinder hat.

    Die besten Lehrer die mein Sohn hat sind kinderlos, meine Hebamme in der ersten Schwangerschaft war kinderlos, die Kinderärztin kinderlos.
    Kinderlosen Menschen per se den Stempel "Keine Ahnung" aufzudrücken finde ich sehr engstirnig.

    Ich bin ja auch kein besserer Mensch nur weil ich die Brut habe.
    Oder zählen die neuerdings als neuer Ablaßhandel?

    Einem Menschen eine Meinung, Verständnis, Kompetenz oder gesunden Menschenverstand abzusprechen wegen etwas was er hat oder eben nicht hat?
    Na, das wird dann ein Spaß bei meinem nächsten Gynäkologentermin, der ist nämlich ein Mann. Hat keine Brüste, keinen Uterus, keine Vagina, geschweige denn PMS.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Besser hätte man es nicht schreiben können! Vielen Dank!

      Löschen
  11. Interessante Diskussion, bei der es mir natürlich in den Fingern juckt. ;)

    Meine Gedanken vor der Geburt ähnelten denen von Chiefjudy, Lauffrau, Juniwelt und Frau Eiskalt. Eigentlich tun sie es immer noch. Und in den ersten anderthalb Jahren klappte das hervorragend, auch wenn es nervig war, den kinderlosen Freunden immer wieder beweisen zu müssen, dass man keine eindimensionale Glucke ist, denn dazu wird man ja nach der Geburt gerne per se gemacht.

    Doch irgendwann, wenn du auf die Fremdbetreuung angewiesen bist, weil du wieder arbeiten willst und nicht ein Rad ins andere greift, dann bricht das Kartenhaus zusammen. So war es bei uns. Kein Kitaplatz, weil andere Fälle „dringlicher“ sind. Kein Mann, der pünktlich nach Hause kommt, um das Kind zu betreuen, keine Omas, die einspringen können/wollen. Kein Kitaplatz – kein Job. Irgendwann nach langem Kampf ein Teilzeit-Kindergartenplatz, leider nur in einem sozialen Brennpunktbezirk. Leider war der Teilzeitkindergartenplatz (9-13 Uhr) auch nicht mit dem Teilzeitarzthelferinnenjob kompatibel, denn da arbeitest du eben auch von 14-20 Uhr, das interessiert nur niemanden. Da stehst du und schaust zu, wie dir deine ganze Lebensplanung um die Ohren fliegt und genau das war der Punkt, an dem ich kinderlosen Frauen, die mir was von „schlechter Organisation“ erzählt haben, die Augen auskratzen wollte. Ich empfinde es übrigens auch so, wie es Lady Crooks sagt: je älter das Kind, desto schwieriger und betreuungsintensiver wird es.

    Dennoch finde ich die „Mein Kind lässt mir keine Zeit zum Sport“ –Haltung schon exemplarisch und das gilt sicher nicht nur dem Sport. Nicht immer, aber sehr oft sind das diese mausgrauen Mütter – hier im Handballverein gibt’s einige davon - die nur noch in Turnschuhen und bequemen Outdoorklamotten rumlaufen und die sich selbst und ihre Bedürfnisse an die letzte Stelle des Familiengefüges setzen. Ganz fürchterlich. Und hinterher ist das Geschrei groß, wenn die Familie sich für diese Opfer nicht bedankt oder der Mann der hübschen Kollegin hinterher schaut… Nein danke. Mein Leben wäre das auch nicht.

    Übrigens: Es gibt wunderbare Workout-DVDs für zu Hause… kann man prima nebenbei absolvieren, womit die „Sport-Ausrede“ hinfällig ist. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Dennoch finde ich die „Mein Kind lässt mir keine Zeit zum Sport“ –Haltung schon exemplarisch und das gilt sicher nicht nur dem Sport. Nicht immer, aber sehr oft sind das diese mausgrauen Mütter – hier im Handballverein gibt’s einige davon - die nur noch in Turnschuhen und bequemen Outdoorklamotten rumlaufen und die sich selbst und ihre Bedürfnisse an die letzte Stelle des Familiengefüges setzen. Ganz fürchterlich. Und hinterher ist das Geschrei groß, wenn die Familie sich für diese Opfer nicht bedankt oder der Mann der hübschen Kollegin hinterher schaut… Nein danke. Mein Leben wäre das auch nicht.

      Übrigens: Es gibt wunderbare Workout-DVDs für zu Hause… kann man prima nebenbei absolvieren, womit die „Sport-Ausrede“ hinfällig ist. ;)"

      Danke. Genau darauf wollte ich mit meinen Kommentaren hinaus. Nichts Anderes.
      Workout zuhause mache ich jetzt schon... ;)

      Löschen
    2. Vielen Dank für den Kommentar...du beschreibst es sehr gut!
      Natürlich kann es Zeiten geben, in denen die Umstände keinen Sport oder Ähnliches zulassen, aber dass habe ich glaube ich auch nirgendwo behauptet...mir ging es genau um den Aspekte, den Sport als Ausrede zu nehmen...es klang so wie: "Ich habe jetzt ein Kind, da brauche ich auch gar nichts anderes mehr!"

      Löschen
  12. Ja, solche Mütter, die sich nur noch über Ihre Kinder definieren, kenne ich leider auch nur zu genüge, traurig

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kenne beide Fraktionen und ich finde die Mütter mit eigenem "Leben" irgendwie besser!

      Löschen
  13. Geht auch in diese Richtung...
    (Und Achtung: Schleichwerbung für mein zweites Blog!)

    http://alltagslinien.blogspot.com/2012/03/was-zuerst.html

    PS: Und Zeit für's Blogschreiben findet sich auch noch/wieder ; )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Darf ich denn dann mal vorsichtig fragen, ob denn ab und an Mal Zeit für Sport oder so war, bevor die Kinder in der Schule waren?

      Löschen
    2. So war es. Ich hab mich an arbeitsfreien Tagen regelmässig 1-2 mal die Woche mit einer 'Mutter' und Freundin abwechselnd bei ihr und bei mir getroffen, um dann jede für sich joggen zu gehen, während die andere auf alle Kinder aufpasste. Genial oder...?! *grins* Und ganz wichtig: Das Laufen war nach den Kindern noch viiiieeel wichtiger als vorher! Zeit für sich und Ausgleich pur.

      O.k., ich gehöre zugegebenermassen wohl eher zu der Sorte Mütter, die ihren Egoismus im Familienalltag ausgiebig pflegen ; )

      Löschen
    3. Genauso etwas schwebte mir auch schon vor...wenn man sonst keine Betreuung hat, dann bildet man ein Netzwerk...durch diese ganzen Rückbildungs-, Pekip, Krabbelgruppenkurse dürfte man doch einen Pool von Müttern an der Hand haben...und wenn man das einigermaßen koordiniert kann man ein gegenseitiges Aufpassen einrichten...oder man macht seinen Sport halt zu Hause...

      Löschen
    4. Grins. Ich bewundere ALLE, die mit oder ohne Kind nach einem anstrengenden Tag den inneren Schweinehund überwinden und mit Pilates DVD am Start sind. Das habe ich auch schon ohne Kinder nicht geschafft. Leute, dass IRGENDWAS an sportlichen Aktivitäten auch mit Kindern geht, ist doch ohne Frage. Aber im Ausgangspost ging es speziell um einen Kurs im Studio. Und einige Leute haben einfach schlicht nicht die Möglichkeit, ihren Egoismus im Familienalltag zu pflegen, finanziell und "faktisch",ganz ehrlich.
      Mein Netzwerk musste ich in Deutschland lassen... ich habe zwar jetzt hier das Glück, dass meine Zweijährige zweimal die Woche wie der Große in den KiGa geht und mir daher Zeit für mich geschenkt wird, aber hätte ich diese Zeit nicht, dann hätte auch ich derzeit Probleme, regelmäßigen Sport (außer kinderwagenschiebend die Berge hochhecheln) einzuschieben. Kein Netzwerk, keine Familie, nur ein viel arbeitender Mann. Babysitter haben wir, aber den nutzen wir dann eben, um auch mal Zeit zu zweit zu haben. Und da wären wir wieder...
      "Dann macht man eben..."- ich glaube einfach, so leicht ist es nicht in jedem Fall.

      Löschen
  14. Es ist doch alles eine Frage der Prioritäten.
    Und die sind nun mal bei jedem anders.
    Als ich arbeitsmäßig am meisten eingespannt war vor ein paar Jahren, fand ich die Zeit nebenbei regelmäßig für den Marathon zu trainieren (was schon ziemlich viel Zeit erfordert) und bin diesen auch mehrfach gelaufen.
    Dann haben sich zunächst unmerklich meine Prioritäten verändert und es gab Phasen, da hatte ich nicht mal Zeit, 1x die Woche ne Stunde zu laufen (wohlgemerkt das Zeitproblem war ne Ausrede).
    Man sollte also mit Urteilen über das Leben anderer vorsichtig sein. Und ja - ich war mit sowas auch schon vorschnell - ich weiß!
    VG dvl

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hatte auch schon sportlichere Phasen als zur Zeit...ich würde mich wiederholen, wenn ich hier jetzt auch wieder ausführlich dazu schreibe...mag sein, dass man mit Urteilen über andere Leute vorsichtig sein muss - dennoch bleibe ich bei meiner Aussage, dass ich ihr Leben nicht führen möchte (wie übrigens viele andere Leben auch nicht!)

      Löschen
  15. Ich kapiere es einfach nicht, wieso das immer wieder auf dieses "Frauen mit Kindern" gegen "Frauen ohne Kinder" hinauslaufen muss. Ist doch total bescheuert. Klar ist es schade, wenn jemand sich gehen lässt oder sich gar (in den Augen anderer) aufgibt. Aber klar ist es auch einfach, über fremde Lebenssituationen zu urteilen, ohne diese ausreichend zu kennen. Natürlich ist es für eine Mutter, deren Mann regelmäßig abends um sechs nach Hause kommt, und die ihre Mama/Schwester um die Ecke wohnen hat, einfacher, sich die Zeit für Sport, Friseur, Pediküre... -eben Zeit für SICH - zu nehmen, als für eine Alleinerziehende oder eine mit Workoholic an der Seite. Natürlich gibt es Kinder, die happy in der Kinderbetreuung im Fitnessstudio vor sich hinspielen (mein erster Sohn), aber auch solche, die dort alles zusammenbrüllen (meine Tochter). Und ich kenne im übrigen auch Nichtmütter, die sich mit zunehmenden Alter äußerlich nachteilig verändern, und scheinbar wenig gegenwirken wollen. Wenn sie sich in mausgrauen Klamotten und im Tschibo Partneroutfit wohlfühlen, na und? Auch die Andeutung, die "Mausgrauen" würden von ihrem Partner betrogen und das würde nicht passieren, wenn sie sich hinreichend aufrüschen würden, ist meiner Erfahrung nach einfach nicht richtig.
    Ich kenne solche und solche bei den Müttern und auch bei den Nichtmüttern. Ich glaube, was mich als Mutter am Ausgangspost ein bisschen aufhorchen lässt, ist, dass eine gewisse "Herablassung" zu spüren ist, eine Abfälligkeit. Aber ehrlich gesagt glaube ich herauszulesen, dass das eher daran liegt, dass die Autorin die Bekannte einfach nicht so richtig leiden kann. Und das ist ja nur menschlisch...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, diese Bekannte gehört nicht unbedingt zu meinem engsten Freundeskreis, weswegen ich auch nicht unbedingt mit ihr was trinken gehen wollte....dazu kommt halt noch, dass ich natürlich über Hintergrundwissen verfüge, was ich hier nicht so breitgetreten habe (sonst wäre der Post zu lang geworden) aber ich stelle immer wieder fest, dass man sich anscheinend sehr gut an solchen "vorschnellen" Urteilen ohne Information, wie es anscheinend hier rüberkam, extrem gut hochziehen kann, um dann wiederum Dinge zu äußern, die vielleicht auch etwas vorschnell geäußert wurden!

      Löschen

Da sich nicht immer alle an die Regeln halten:

Wem etwas in meinem Blog nicht passt braucht bei mir nicht zu lesen...auf Stänkern, Stalken oder Beschimpfungen habe ich hier keine Lust!

Und wer meint, mehr Wissen zu haben als andere, soll sich bitte freuen aber die "Geheimnisse" nicht verraten! :-) Einige Dinge werden einfach nicht offen ausgesprochen!

Etwas Geheimnis muss auch noch bleiben, und dementsprechende Kommentare werden gelöscht.

Dasselbe gilt für Beleidigungen, Stänkereien, Stalking. Wem etwas nicht passt – weglesen. Da oben rechts ist ein Kreuzchen, da kann man draufklicken und gut ist.